Was ist eine Spinalkanal-Stenose?

Definition Spinalkanal-Stenose

Bei einer Spinalkanalstenose (Spinale Stenose oder auch Spinalstenose) sind die Wirbelgelenke oft wegen einer Schwellung der Gelenkkapseln so verdickt, dass sich der Wirbelkanal verengt, was zu einem erhöhten Druck auf die im Spinalkanal liegenden Nerven und damit verbundenen starken Schmerzen führt.

Eine derartige Verengung verteilt sich nicht gleichmässig auf den Wirbelkanal, sondern tritt in bestimmten, stark belasteten Bereichen der Wirbelsäule auf.

Eine degenerierte Bandscheibe mit starker Verknöcherung des Wirbelkörpers führt zu dieser typischen Spinalkanalstenose: der abgehende Nervenstrang wird von knöchernem Gewebe zunehmend komprimiert.

Eine degenerierte Bandscheibe mit starker Verknöcherung des Wirbelkörpers führt zu dieser typischen Spinalkanalstenose: der abgehende Nervenstrang wird von knöchernem Gewebe zunehmend komprimiert.

Ursache: Degenerative Veränderungen

Durch den aufrechten Gang des Menschen ist die untere Lendenwirbelsäule mechanisch stark belastet und verschleissbedingte (lateinisch: degenerative) Veränderungen unvermeidlich.

Die Bandscheiben verlieren je nach Alter und Belastungsgrad an Höhe und es kommt zu einer Osteochondrosis intervertebralis.

Einerseits zu Vorwölbungen der Bandscheibe, andererseits zu Verknöcherungen auf den Wirbelkörpern (Spondylophyten) oder den kleinen Wirbelbogengelenken (Spondylarthrosen).

Diese Kombination lässt eine sanduhrförmige Einengung des Spinalkanals entstehen.

Beschwerden: Schaufenster-Krankheit

Patienten mit einer Einengung des Wirbelkanals klagen oft über Rückenschmerzen beim Stehen und Gehen (claudicatio spinalis).

Beim Gehen strahlen die Schmerzen bereits nach wenigen Schritten in die Beine aus, die Gehstrecke wird schmerzbedingt eingeschränkt.

Man spricht deshalb auch von der «Schaufensterkrankheit»: Die Patienten bleiben nach wenigen Schritten stehen, schauen in ein Schaufenster und die Schmerzen lassen sofort nach.

Wie wird eine Spinalkanalstenose behandelt?

Bei leichten Schmerzen kann eine Physiotherapie oder die Infiltration von Cortison in den Wirbelkanal (Sacralblock, Epidurale Infiltration) Linderung verschaffen.

Operativer Eingriff bei zunehmender Unbeweglichkeit

Bei einer ausgeprägten Stenose, das bedeutet bei Symptomen in beiden Beinen und Verengungen an mehreren Stellen des Wirbelkanals, die konservativ nicht gelindert werden kann, wird ein mikrochirurgischer Eingriff durchgeführt.

Bei einer sogenannten mikroskopischen Dekompression einer Stenose wird die Verknöcherung Millimeter für Millimeter unter Vollnarkose oder wahlweise auch einer Spinalanästhesie abgetragen, bis die Nerven wieder über genügend Raum verfügen.

Dabei wird die Stabilität der Wirbelsäule nicht gefährdet. Falls bereits eine Instabilität (Gleitwirbel) vorliegt, werden die Wirbel mit verschiedenen zur Verfügung stehenden Implantaten stabilisiert (Wirbelversteifung, Spondylodese).

Was geschieht nach der Operation?

In der Regel können die Patienten bereits wenige Stunden nach dem Eingriff wieder stehen und gehen und die Klinik nach wenigen Tagen verlassen.

Behandlungsresultate

Ein operativer Eingriff führt mehrheitlich zu guten bis sehr guten Ergebnissen: Die Patienten haben deutlich weniger Rücken- und Beinschmerzen.

Beim Gehen treten keine Schmerzen mehr auf, was die Lebensqualität der Betroffenen wesentlich verbessert.

Selten kann eine Nachblutung oder eine Wundheilstörung einen erneuten Eingriff erforderlich machen. Komplikationen wie Lähmungen oder Infektionen sind ebenfalls sehr selten. In einigen Fällen kann nach Jahren erneut eine Stenose auftreten.